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Sprichworte und Sprüche in Münsterländer Platt und die Übersetzung ins Hochdeutsche


Die Plattdeutschen Sprichworte stammen aus dem Buch: Lieder und Sprichwörter in plattdeutscher Sprache, von Dr. Paul Bahlmann (*1857 +1937) Das Buch wurde 1896 in der Regensbergschen Buchhandlung in Münster herausgegeben.
Up Mönsterläner Platt Auf Hochdeutsch
Well A säg, mot auk B säggen Wer A sagt, muss auch B sagen.
Et sint der mäer Rüuens äs Knuoken Es gibt mehr Hunde als Knochen.
Man süüt et an dän Rand, dat de Pankoken rund is. Man siet es am Rand, dass der Pfannkuchen rund ist.
Guod de Häer löt us wul sinken män he löt us nich afsupen. Gott der Herr lässt uns wohl sinken aber nicht ertrinken.
Düngen un Biäden is kien Biglaube. Düngen und Beten ist kein Aberglaube.
Wan`t draimaol schüts draws hollen. Wenn du dreimal schüttelst darfst du es behalten.  ( Beim Aufgeben auf den Teller soll man noch nicht ganz durchgeschnittenes oder anderweitig zusammen hängendes dreimal schütteln und wenn es dann nicht abgefallen ist darf man sich es auf den Teller geben)
Et sint laige tieten sag de Apteker, kien Mensk wät Krank. Es sind schlechte Zeiten, kein Mensch wird krank.
Ik kan dat Kiёdeln an Halse nich vödräigen, sag de Daiw äs he hangen sol. Ich kann das Kietzeln am Hals nicht vertragen, sagte der Dieb als er hängen sollte.
Arm in Ären is biäter äs riek in Schanne Arm in Ehren ist besser als reich in Schande.
So arm äs ne Kiärkenmuus. So arm wie eine Kirchenmaus.
Armood is kine Schanne Armut ist keine Schande.
Wat sik nich löt ännern, dat mot man laoten slendern. Was man nicht kann ändern, das muss man lassen schlendern.
Mannigeen häw wul graute Aoren, män he häört doch slecht. Mancher hat wohl große Ohren, doch hören kann er schlecht.
He is noch nich äs drüge achter de Aoren. Er ist noch nicht mal trocken hinter den Ohren.
De Aoren an`n Kop liggen Die Ohren an den Kopf legen.
"Wat is de Ape doch`n spaosig Mensk!" sag de Buer "Was ist der Affe doch ein spaßiger Mensch!" Sagte der Bauer.
De Appel fölt nich wied van`n Stamm. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
Wel kine Arbeit häw, de mäk sik wecke. Wer keine Arbeit hat, der macht sich welche.
Arbaide, dän häs du wat. Arbeite, dann hast du was.
De Augen sint nich to füllen, aower wul de Buuk. Die Augen sind nicht zu füllen, aber der Bauch schon.
Feld häw Augen, Busk häw Aoren. Acker hat Augen, Wald hat Ohren.
Uut de Augen, uut den Sin; uut den Hiärten dat mäk min Aus den Augen aus dem Sinn; aus dem Herzen das macht minderwertig.
Avkaoten un Wagenrader de mot man smiärn Beamte und Wagenräder die muss man schieren
Dat Geld mot`k van de Lüde niёmen, __ sag de Avkaot __ van de Baime schüedeln kan ik`t nich Das Geld muss ich von den Leuten nehmen, sagte der Rechtsanwalt, von den Bäumen schütteln kann ich es nicht.
Es em gaot de Bakken, so gaot em auk de Hakken. Wie ihm gehn die Backen, so gehn ihm auch die Hacken.
He is so bange äs Iärften in`n Pot Er ist so ängstlich wie Erbsen im Topf.
He is der so bange vüör, äs de Dübel vüör`t Krüüs Er hat soviel Angst davor, wie der Teufel vor dem Kreuz.
Bauen kost Geld, Bauen is ne Lust, män wat`t kost, häw ik nich wust. Bauen kostet Geld, Bauen ist eine Lust, nur was es kostet, habe ich nicht gewusst.
`N ollen Baum löt sich laig ümpuorten Ein alter Baum lässt sich schlecht umpflanzen.
Oder wie es heute heißt:
Einen alten Baum verpflanzt man nicht
Bange maken gelt nich Bange machen gilt nicht.
Up een Been kan man nich stoan Auf einem Bein kann man nicht stehen.
Niёm dine Beene unnern`n Arm un laup wat du kans Nimm deine Beine unter den Arm und lauf so schnell wie du kannst.
Behelpen is kien sat iäten. Behelfen ist kein satt essen.
`N afkiärten Bessen mot man in Ären hollen Einen abgenutzten Besen muss man in Ehren halten.
Eenen ächter de Binne gaiten Einen hinter die Binde giesen.
To daip in`t Glas kiken Zu tief ins Glas schauen
Bitter in Mund, is för`t Hiärt gesund Bitter im Mund, ist für das Herz gesund.
So kost`t Böten mäer äs Backen. So kostet das Anheizen mehr als das Backen.
Biäter`n Stük Braud in de Kiepe äs Fiädern un Flitkes an`n Hood Besser ein Stück Brot im Tragekorb als Federn und Flügel am Hut
Wel kien Braud in`t Schap häw, de mot de Tiäne in de Wand sloan Wer kein Brot im Schrank hat, der muss die Zähne in die Wand schlagen (oder in die Wand beißen.)
De Bri wät nich so heet giaten, äs he upgiёwen is. Der Brei wird nicht so heiß gegessen, wie er serviert wird.
So äs de Bri upgiёwen is, so mot man`n auk friäten. So wie der Brei serviert wird, so muss man ihn auch essen.
Kiek noa`n Büel un nich noa`n Snawel Schau auf deinem Geldbeutel und nicht nach deinem Mund.
De däösigsten Buern häbt de dicksten Kartuffeln Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln.
Wat de Buer nich kennt, dat frät he nich. Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht.
Aller Anfang is swoar, sag de Buer, doa wol he de Ko bi`n Stiart in`n Stal trecken. Aller Anfang ist schwer, sagte der Bauer. und wollte die Kuh beim Schwanz in den Stall ziehen.
Ik mot de sake up`n Grund kuёmen, sag de Buer, dao fol he in de Meskule Ich muss der Sache auf den Grund gehen, sagte der Bauer und fiel in den Misthaufen.
Wat hölt altiet, sag de Buer, dao störte em de nie Bakuom in. Was hält ewig, sagte der Bauer, da stürzte ihm der neue Backofen ein.
Riget ju, sag de Buer doa hadde he män eene Ko In`n Stal Reiht euch, sagte der Bauer und hatte nur eine Kuh im Stall.
Man mot sik so met henddoen äs de Buer met`t Vader unser; wat he nich kan, dat sloat he üöwer Man muss es so halten wie der Bauer mit dem Vater unser, was er nicht kann das überschlägt er. Lässt er von anderen machen.
Buorgen mäk Suorgen Borgen macht Sorgen.
`T wät mannigen hilgen Dag ankünnigt, un wät nich fiert Es wird manch heiliger Tag (Feiertag) angekündigt und nicht gefeiert.
Wat du van Dage dös, brüks du muorn nich to doon. Was du heute erledigst, brauchst du morgen nicht Tun. / Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen
Junge Wichter biädt am laiwsten vüörn Spaigel. Junge Mädchen beten am liebsten vorm Spiegel.
Junge Wichter sint swäörer te höden äs`n Schiärpel Flaie. Junge Mädchen sind schwerer zu hüten (bewachen) als ein Scheffel Flöhe.
Wan nich van Dage, dän doch muorn. Wenn nicht heute, dann doch morgen.
Ümsüs is de Daud. Umsonst ist der Tod.
Vüör`n Daud krümmt sik de Wuorm in de Äer. Für den Tod, krümmt sich der Wurm in der Erde.
Wel sik länger streckt äs sine Diёke, dän wät de Teene kold. Wer sich länger streckt als seine Decke (lang ist), dem werden die Zehen kalt.
`N guёt Ding wil Wile häbben. Gut Ding will Weile haben.
Wel bi Diske wat mag, kan auch würken den Dag. Wer bei Tisch gut essen kann, kann auch am Tag gut Arbeiten.
Dubbeld nait hölt biäter. Doppelt genäht hält besser.
He schreew met dubbelde Kride. Er schrieb mit doppelter Kreide.
Dum äs Strau. Dumm wie Stroh.
Met de Düör in`t Huus fallen. Mit der Tür ins Haus fallen.
In Düstern is guёt snüstern, aower nich guёt Flaie fangen. Im Dunkeln kann man gut naschen, aber nicht gut Flöhe fangen.
Wan man van`n Dübel küert, dän kümp he. Wenn man vom Teufel Spricht, dann kommt er.
Ehen wäern in Hiёmel sluotten of in de Helle. Ehen werden im Himmel geschlossen oder in der Hölle.
Äre gelt woa kien Geld gelt. Ehre gilt wo kein Geld gilt.
Suorgt ju män nich üm ungeläggte Eier! Sorgt euch nicht um ungelegte Eier.
`N Fat aone Buoden. Ein Fass ohne Boden.
Biätter eenmaol fet, äs aoltiet schrao. Besser einmal fett, als immer mager.
Wel wil sin fien, de mot liden Pien. Wer will sein fein, der muss erleiden Pein.
`N ollen Foerman häöert ümmer noch gään de Pietske knappen. Ein alter Fuhrmann hört immer noch gerne die Peitsche knallen.
Smacht is de beste Kuok. Hunger ist der beste Koch
Düör`t Fraogen wät man wis, düör`t Oller wät man gries. Durch Fragen wird man klug, durch das Alter wird man grau.
`N kuort Gebäd un`n lange Mettwourst. Ein kurzes Gebet und eine lange Mettwurst
Geld regeert de Wiält. Geld regiert die Welt.
Wel sien Geld wil sain stuwen, mot sik hollen Immen un Duwen. Wer will sein Geld sehn fliegen, der muss halten Bienen und Tauben.
Een guёt Gewiёten, gait üöwer`n fetten Biёten. Ein gutes Gewissen, geht über einen fetten Bissen.
Ik sin auk nich van gistern. Ich bin auch nicht von gestern.
Wao he häntriät, dao wäs in fiefen Joar kien Gräs wier. Wo er hintritt, da wächst fünf Jahre kein Gras mehr.
Dat grötste Stük is`t Beste. Das größte Stück is das Beste.
De häw Haore up`de Tiäne. Sie hat Harre auf den Zähnen.
He mos Haore laoten. Er musste Harre lassen.
Wel nich häören wil, mot fölen. Wer nicht hören will, muss fühlen.
Barske Häerens regeert nich lange. Strenge Herren regieren nicht lange.
Wel sine Nierse to hauge dräg, stöt sik de Teene Wer seine Nase zu hoch trägt, stößt sich die Zehen.
He dräg´t Hiärt up de Tunge. Er trägt das Herz auf der Zunge.
`T is kien Hüüsken, `t häw sien Krüüsken. Es ist kein Häuschen, das hat sein Kreuzchen.
An olle Hüüser un olle Wiwer is alltiet wat te flicken. An alten Häusern und alten Weibern ist immer was zu flicken.
Iäten un Drinken hölt Liew un Seele bineene. Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen.
Wat säg de Iesel, wen he in de Müёle kümp. Was sagt der Esel wenn er in die Mühle kommt.
Wat nich is, kan noch wäern. Was nicht ist, kann noch werden.
Biäter wao wat is, äs woa noch wat kuёmen mot. Besser dort wo schon etwas ist, als wo noch was kommen muss.
Wan`t di jockt, dän klai di. Wen`s juckt dann kratz dich.
Doa läert de Kalwer `t Supen nao. Da lernen die Kälber das Saufen nach.
De Katte löt dat Musen nich. Die Katze lässt das Mausen nicht.
De Katte läert dat Musen erst, wan se Junge häw. Die Katze lernt das Mausen erst, wenn sie Junge hat.
Wan de Katte uut`n Huuse is, danst de Müse up Disk un Bänke. Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse auf Tisch und Bänke.
Bi Nacht sind alle Katten grao. Nachts sind alle Katzen grau.
De Katte in`n Sack kaupen. Die Katze im Sack kaufen.
Kinner sint Kinner. Kinder sind Kinder.
De Kinner glieket de Öllern mäer, äs `n Noaber. Die Kinder gleichen den Eltern mehr, als dem Nachbarn.
Kinner van Willen kriegt wat vüör de Billen. Kinder die was wollen, die kriegen was auf den Po.
De beste Ko gait nich to Markte. Die beste Kuh geht nicht zum Markt.
Man kik de Mensken wul vüörn`n Kop, aower nich derin. Man kann die Menschen wohl vorm Kopf schauen, aber nicht hinein.
So krank äs`n Hoan. So krank wie ein Huhn.
De eene Kraie hakt de annere de Augen nich uut. Die eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.
Viele Kuöke vodiärwt den Bri. Viele Koche verderben den Brei.
Laigen häbt kuorte Beene. Lügen haben kurze Beine.
De liäwt tosammen äs Katte un Rüe. Sie leben zusammen wie Katze und Hund.
Biäter wat in`t Liew äs üm`t Liew. Besser was im Bauch als um den Bauch.
Wen du dat nich mags, mos du iäten wat du metbragt häs. Wenn du das nicht magst, dann musst du essen was du mitgebracht hast.
De Mensk denket, un Guod lenket. Der Mensch denkt, und Gott lenkt.
Schöne Blöömkes un schöne Wichter de staot nich lange. Schöne Blümchen und schöne Mädchen die stehen nicht lange.
He häw sienen egen Kop. Er hat seinen eigenen Kopf.
Kien Blad vüör de Mule niёmen. Kein Blatt vorm Mund nehmen.
Ät man uut de Naud, dän kümp de Daud. Isst man aus Not, dann kommt der Tod.
Spart in de Tiet, dän häbt ji in de Naud. Sparet in der Zeit, dann habt ihr in der Not.
He is`n Ööm an de Müer. Er ist ein Onkel (ledig) an der Mauer.
Dat Oller is ne Krankheit. Das Alter ist eine Krankheit.
Pack slöt sik, Pack Vödräg sik. Pack Schlägt sich, Pack verträgt sich.
Wel`n Pennig nicht acht, den Daler nich wacht. Wer den Pfennig nicht achtet, den Thaler nicht wacht.  oder  Wer den Pfennig nicht ehrt ist den Thaler nicht wert. Sprich: Er lebt verschwenderisch.
Maak mi nich de Piärde schü. Mach mir nicht die Pferde scheu.
He löp von Pontius noa Pilatius. Er läuft von Pontius nach Pilatius.
Lüerige Pötte giw dulle Köppe. Leere Töpfe gibt beleidigte Köpfe.
Rächt mot Rächt bliwen. Recht muss Recht bleiben.
Wan de Rüe bliёkt, dän bit he nich. Wenn der Hund bellt, dann beißt er nicht.
Junge Rüens müёtet bieten lären. Junge Hunde müssen beißen lernen.
Wel`n Schaden häw, bruk füör `n Schimp nich te suorgen. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
De Schien drüg. Der schein trügt.
Wel schriw, de bliw. Wer schreibt, der bleibt.
"Stiärwen is mien Gewinn" sag de Pastor, "un mien Schaden is ät auk nich " sag de Köster. "Sterben ist mein Gewinn" sagte der Pastor, und mein Schaden ist es auch nicht sagte der Küster.
Wel nich kümp to rächten Tiet, de is de Malltiet kwiet. Wer nicht kommt zur rechten Zeit, bekommt nichts mehr. (muss essen was übrig bleibt)
Wel lustert ächter de Wand, häört sine egene Schand. Wer lauscht hinter der Wand, hört seine eigene Schand.
Wao Rüens sint bliёkt wecke; woa Wiwer sint, kürt wecke. Wo Hunde sind, bellen welche, wo Frauen sind quasseln welche.
Dao wait de Wind uut`n anner Lok. Da weht der Wind aus einem anderen Loch.