kappelle


Homepage

Gedichte und Lieder für Feste im Jahreslauf auf Münsterländer Platt

Westfälischer Bauernkalender in Münsterländer Platt

Einfache Kommunikation und Floskeln auf Münsterländer Platt

Sprichwörter in Münsterländer Platt

Gedicht über Westfalen in Münsterländer Platt

Abzählreime in Münsterländer Platt

In Niederdeutsch über Plattdeutsch

Wiegenlieder auf Münsterländer Platt


Plattdeutsch Forum


 Gästebuch

Links

Impressum








 

 Sprüche und Gedichte zum menschlichen Lebenslauf.

Gedichte, Sprüche und Texte zur Kindtaufe, Namenstag, Geburtstag, Hochzeitsbitter, Hochzeit, Silber- und Goldhochzeit, Hausbau und Sonstiges,  auf Münsterländer Plattdeutsch.

 

Das Leben

Geburt und Taufe

Das erste Zähnchen

Namenstag und Geburtstag

Hochzeit, Silber- und Goldhochzeit

Zimmermannsspruch

Tod

 

 

Dat Liäwen  / Das Leben

Dat Liäwen gait een krummen Pat

Häw Holsken an un füst so hat

Bi´n Haipken Fraid pakt´t Foers Naud

Giw düsssen Wien un dän sien Braud

Män wänt`t us nu auk dul häw pakt

Dat´t Hiärt us in de Huosen sakt -

Et kümp ´ne Tiet wao Bloomen blait

Wao Guod de Häer sien Sunne glait

In Busk un Kamp, of Wiesk un Wal

Dän singt us wier de Nachtigall!

  Karl Wagenfeld

Gedicht an seine Frau

 

  Übersetzung ins Hochdeutsche

Das Leben

 Das Leben geht einen krummen Weg

Hat Holschen an und gleich so hart.

Bei einem Häufchen Freude packt es Fuder Not

Gibt dem einem Wein, und dem sein Brot

Jedoch wenn es uns nun auch doll hat gepackt

Das das Herz uns in die Strümpfe sackt -

Es kommt eine Zeit wo Blumen blühn

In Busch und Feld, oder Wiese und Wall

Dann singt uns wieder die Nachtigall!

   

 


 

 Geburt

Fröer gaws in jedet Duorp ne Wiesmoer, wan´t so wiet was kam de forts.

 Van Dage haalt se blaus, in Krankenhüser de Blagen in Mamas Schaut.

De Stuork giw in´t Duorp kien Kind mäer af, brängt alle in de Stadt.

Drüm giewt in Rene sovul Stuorke, flaigt Dag un Nacht to´t Mathiasspital an de Porrte.

In Mönster sint dat auk so vul, se brängt de Kinner sint nich fule.

 Doch mangsten dao vöflug sik een un brängt in´t Duorp so kant´t geschaien

Karl-Heinz Conermann

 


 

 

Kindtaufe / Kinddööp: Die Kinder wurden bereits wenige Tage nach der Geburt getauft, meist am nächsten Son- oder Feiertag. Die Eltern bestimmten den ersten Namen und vom Hauptpaten wurde noch ein Name angefügt. Die Paten waren meist die nächsten Verwandten, wie Großeltern, Onkel und Tanten.

 

 Kinddööp Kindtaufe

Et was noch tiemlik frö am Dage
Dao stonen de Paren met de Blage
Aal an den Füntensteen.
De gaistlik Häer was faorts to Been`
Un kam, den lütten Jungen to Däupen
Un Christensin em in to knäupen.
Bäändhiarm, de Bäer, was dao bi dat Parenpaor
Un de Pastoor, de em dao staon saoch,
Dai auk an em de Fraoge,wu de Junge haiten süel?
De Häer sag : " Hiarm, em guёt gefölt""Hiarm?"
Frog de gaistlik Häer "Keinen Namen  mehr?"
"Ne!" säg Bäändhiarm, so is`t genog:
He sal doch man bi Piärd und Ploog.
De Jung`sal nich to gaistlik lärnen, Män`n Hiärmken bi de Piärde wärn."

Ferdinand Zumbrook

 


 Namenstag und Geburtstag:

 Früher wurde nur der Namenstag gefeiert, was an der Religiosität der Menschen gelegen haben wird. Ein weiterer Grund ist, dass viele vor Einführung der Standesämter  ihr richtiges Geburtsdatum nicht kannten.

  Gedichte zum Namenstag oder Geburtstag auf Münsterländer Platt

Ik bräng nich viёl, men etwas
Is biäter noch äs niks.
Drüm Laiwe(r), niem et fröndlik,
Ik rek di´t met een Kniks
Un wünsk am hüüt´gen Feste
Di hiärtlik aals Beste.

Anton Rieke * 10.09.1826  + 1.07.1875

 

 

Spruch zum Geburtstag

Ik maak een daipen Kniks

Und sägge widers niks

Äs: "Vivat, vivat, haug"!

Mi dücht dat is noog.

 

 

Nich män wiet bis 100

Von: Helmut Holz, aus dem Buch "Graleer´n sall ick auk! agenda Verlag ISBN: 978-3.89688-500-5

Mit Genehmigung des Autors

(ab 70 gut zu verwenden)

Et steiht nu all dat 70./80. Jaohr

´ne niёgen daovüör dat is all klaor

Nu laot di dat män nich verdrießen

un do den Dag so recht genießen.

 

Denk ümmer dran, grad äs´n Kimd,

et giww auk Lüe, de äöller sind.

Drüm kiek nao vüörn un denk verwunnert:

Et is ja nich män wiet bis "100!"

 

 

 

 


 Dat erste Tiänken /  Das erste Zähnchen

Hurra so roop wi alle luut

Dat iärste  Tiänken is haruut.

Nu is vüörbi de schlimmste Naud

Et lacht us an snaiwit uut raud

Wi wünskt dän Nösthuk noch daobi

Gao straks düör´t  Läiwen frank un frie.

Dat Schicksal hol van di de Naud

Giw dinen Tiänkes alltiet Braud

Män wil di wel di´t Fel tereiten

Baarsk de Tiänkes um sik biet.

Karl Prümer

 


 

Hochzeit: Wenn sich das Paar einig war, dann lud ein Hochzeitsbitter alle Gäste ein. Nicht selten war zu einer Hochzeit das ganze Dorf eingeladen, was auch  oft daran  lag, das viele innerhalb der Dorfgemeinschaft mit einander Verwandt waren. Dat Gastebitken ging mit Stock und Hut zu den zu ladenden Gästen und trug seinen Spruch vor. Die Hochzeiten fanden meistens an einem Dienstag oder Mittwoch statt, in der Zeit zwischen Sähen und Mähen.

  Hochzeitsbitter Spruch auf Münsterlänner Platt 

Guёten Dag int Huus!

Häer un Frau,

Söüöne un Dochter, Knechte un Mägde,

Infunnen gase Huusgesind.

Ik sal ju fröndlik iffiterren

Toam Koppulationsfest

Van Hiarm äs Brüüm

Un Mia äs Bruut!

To Kaise, Buoter un Stuten.

Un wel Ries wil iäten, draf dän Liäpel nich vögiäten.

Wien oaor twe Duts Mussekanten,

Dat jung un aolt küёnt tosammen dansen

Beer un Brandewien,

Dat sal Anfang un Enne sien.

Doch Miäter und Gaobeln nich vögaiten,

Süs küёnt i`t Fleesk met de Finger iäten.

Det Aoms giws`n tollen Drunk

Un Daobi eenen lüstgen Sprung

De Mussekanten spielt met Häön un Flaiten

Dän kan jeren dansen met sine Graiten

Nu maakt ju fien, aower net te fien

Bruut un Brüüm wilt gäne de fiensten sien.

Volksmund

 

 

Hochzeitsbitter Spruch Münsterland auf Plattdeutsch

Nach alten Vorlagen aber der heutigen Zeit angepasst!

 

Schöön guёden Dag alle Man, ik sai ik kuёm to rächten an.

Äs Hochtietsbidder wil ik hier ju laden to `ne Hochtietsfier,

Wu man et döt äs allbekannt siet oller Tiet in ´t Mönsterland.

Drum siet ´n Augenslag äs stil un lustert wat ik säggen wil.

Mi schikt (Name der Braut) un ( Name des Bräutigams)

Äs Bruut un Brüüm am (Datum) sal Hochtiet sien, daoto lad ik ju alle in.

 Üm (Uhrzeit) sal de Misse sien, un daonao wät bi (Lokation) fiert.

 Iäten, Beer un Fusel giwt sat, und Sprudel und Wien mot auk sien.

Nao dat Iäten wät hüppt un sprungen un manig Leed sungen.

De Musik spiёlt för alle wat wi fiert bes nao Middernacht.

Daonao kuёmt alle  guёt nao Huus,to Buörgermesterstiet müёt i wir druut.

Meld ju an to düsse Fier, un giёwt tom Fest een Flachgeschenk, `ne

Hochtiet de is düer!

 

Gästebitter  Spruch auf  Westmünsterländer Platt


 Westfälischer Hochzeits Trinkspruch auf Münsterländer Platt

Alleen is Alleen

Kümp man met möde Beene

Det Aoms van de Arbaid dän

Brummig  wier nao Huuse hän,

Un fint dao kien Menske den.

Kineen kik em fröndlik an,

De för em suorgt ´ne Kleinigkeit,

Un Hiёmd un Bükse lappt un Nait,

De Löcker in de Socken stoppt,

Dän glaiwt mi´t gaas gewiss,

Dat´t Liäwen triste is.

We daorüm is rächt hel un slau,

Nimp sik bi Tiet ne pricke Frau.

De em dat Stüöwken tutke stuorkt,

De meddags em dat Iäten kuokt,

Dat Bedken mäk so tutke sacht,

Un manksten jukstert, singt un lacht.

Ik säg ju eene sötte Dääne,

Wünsk jeden Man ik gäne.

Kiekt äs de beiden Düwkes dao,

Wat sint de Twee van Hiärten froh.

Dat se nu enliks sint so wied,

Un sittet äs Bruutlü Siet an Siet.

Wat is dat doch ´ne fine Bruut!

Wu prächtig kik de Brüüm auk uut,

Man süüt, he wät jä allerwägen

Sien Brüütken up de Hande driägen.

Jau holt tohaup in Dünn un Dik,

Dän brängt de Ehe ju vul Glück.

Dat huopet wi -- drüm alle Man

Staut met mi up dat Bruutpaor an.

Nach Ferdinand Zumbrock

 

 


 Sülwerhochtiet / Silberne Hochzeit         Güllene Hochtiet / Goldene Hochzeit

Sülwerhochtiet  (Güllene Hochtiet) fier ji nu, holt van Dage nu äs Ruh

Kiekt dän langen Wäg äs an de ji göngen, Frau un Man.

 

Viefuntwintig (Füftig) is ´ne heele Tiet un kiek  ji trügge is´t nich wied.

Raske sint de Jaore vögan, nu müёt ji äs stille staon.

 

We ju bekik süüt dat Glük, dat Frauken is so prik.

Un de Man lacht altiet, waohän he kümp, nao jede Siet.

De Tiet häw beide garniks daon, wichterjung sai wi ju vüör us staon.

 Jüst so äs vüör fiefuntwintig (füftig) Jaor, an beide is kien büttken saoer.

Un jue Jungs un jue Wichter häbt auk so fröndlicke Gesichter.

Dat kümp van Papa un de Mama hiär un dat stänn´ge Sundagswiär.

Kinner Familge un de Naoberlü, wiest ju de laiwe Trüe.

Ji Süёlt liäwen haug, haug, haug un Guod siängt ju auk.

Nach August Holländer


 Zimmermannsspruch auf Münsterländer Platt

Timmermansspruch

Richtet was dat Huus, un up den Giёwel gröön un kruus

sat een Struuk, een Dook anto. Dao klaide de öllste Timmerman

up den Giewel äs ne Katte un küerde bol von düt un datte:

Met Guod den Häern sin wie so wied un Guod de Häer häw alle Tiet.

Vüör Ungemaak dän Bau dän Bauhäer un de Frau.

Un wan´t de Wind auk stur ümwait,

Wan`t riängnt un snait ´ne Kleinigkeit, daoran is aals niks geliägen.

Et kan et alle guёt vödräigen. Wi  alle häbt met Lust un Fliet aal baut fröe in de Muorntiet

De Keller is rächt daip un graut, een Fat vul Wien lid doa kien Naud,

un wat man süs düörn Halse spöölt, ik weet dat´t sik dao prächtig föölt.

De Küёke, daorin de Kamin, kan auk garnich biäter sien, De Kuokerien, besunners Braoden,

ёlt dao wul heel guёt geraoden. De Braodrüёk stig  risk heran,

Dat man in`n Hiёmel ruken kan. Un soviёl Kammern, soviёl Stuowen sint der Unnen un der Buoben.

Dat hier de Frau un Man, met Dutse Kinner wuёnen kan.

Ferdinand Zumbrook


 

De Daud / Der Tod


De Saisenman de kümp maol gau maol sacht,
He haalt de Mensken Dag un Nacht.
Of Man, of Wiew, of Kind, of Ve
Wän he umgait is kineen, sicker mäer vüör em.
He haalt se van de Äer un brängt de Guёten,
 In´t Hiёmelriek nao buoben.
De Laigen kuёmt nao unnen, to´n  Dübel in´n Uom.

Karl-Heinz Conermann




 

Stil et wät Tiet



Stil et wät Tiet
Swälwken vötrekt
Kien Blöömken dao Buten mäer lacht.
Längs is vüörbi
Maidag för mi
Nu brängt de Winter de Nacht
Stille mien Hiärt
Bol lieg de Pien
In´t Bedken dao unnen di sacht
Kuёm män o Daud
Mi helpt ja auk süs niks, kuёm gau
Ik bid di o kuёm
Bette mi frum
Sluut sinnig de Augen mi to
Riep is dat Kaorn
Waiget sik swaor
Waigt gään sik to´n ewigen Friär

Hermann Wette


Westfaolen

Ik weet een Land, wän mi kümp dat Stiäwen

Un gao nao Guod un sal dän Hiёmel iärwen,

Maakt dän mien Bedde för dän ew´gen Draum

In´n kölen Wold  bi´n ollen Ekenbaum,

Dao kuёnt ji manks för dän Westfaolen biäden.

De drömt in raude  Äer stil in Fräiden.

Eli Markus