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Gedichte, Texte und Lieder auf dieser Seite zu:

Neujahr

   Heiligen drei Könige

  Maria Lichtmess

  Karneval

  Aschermittwoch

  Frühling

  Ostern

  Schützenfest

  Vor Erntebeginn

  Lambertus / St. Martin / Käsken

  Nikolaus

  Weihnachten

 

 

 

 

Gedanken zu Neujahr

Dat olle Jaor is nu pase

van widen klingt de Klocken

se vötelt van Fraide Friär un Leed

un küert dat aals änners wät

 

Doch wu dat sägget se nich

et kümp wu´t kuёmen wil

Et is ´n Wäg in´t Unwis

Wi muёt et niёmen wu´t dän is.

*****

Karl-Heinz Conermann


 Die heiligen drei Könige

Wi  kuёmt uut dat Muornland
De Sunne häw us swat gebrant
Sunnenblad, Maondblad
Schöne Dame giw us wat;
Laot us nich so lange staon
ёt noch een Hüüsken wider gaon.
*



Ab Lichtmess werden die Tage merklich länger und es ist der Abschluss der Weihnachzeit. In den Kirchen werden die Krippen abgebaut und früher wurde ab Lichtmess, auf dem Bauernhof, wieder länger gearbeitet.

Maria Lichtmess

Wan de laiwe Liehtmis kümp haran
Dän gait de fröhliche Daud an.
Dän jukstert der wao een Specht
Dän flaitet der wao een Knecht
Dän lägt der wao een Hoon
Dän kalwt der wao ne Ko
Dän gait aals in vullen slüöre to
**


  Fastnacht / Karneval

Wan Fastaomd is, wän Fastaomd is,
Dän slacht mien Va een Buk,
Dän danst mine Moer, dän danst mine Moer
Dän swaggelt üör de Rock.
**
     


 

Askedag / Aschermittwoch


Askekrüüskes  vüör de Stärne
Katenjaomerlik um´t Hiärt
Ilt de Buern un de Büörger
Dat se sik een Häring iät´t

In dat Wärtshuus gaot se sitten
Drinkt eenen Ollen sik daobi
Waschket daomet sik de Aske
Von de Stärne haug´ un fri. 

Walkt un spöölt un drinkt so lange
Best´t  är wät gaas Waarm um´t Hiärt
Sluckt den met dat leste Slüsken
Wäg dän lesten Häringstsstiärt

Giёwt se sik dän in de Beene
Guod wat wackelt se dän aal
Küёmt se enliks vüör de Düöre
Wät de Straote är to smaol.

Daomet is Faselaobens Enne
Un dat Schwärmen is dän daon
Un de guёten Lüde küёnt wier
Kriёgel an de Arbaid gaon

Anton Rieke


 Frühling

Fröjaor

Dat Fröjaor is kuёmen so stil üöwer Nacht,
Un häw us wier Blomen un Liäwen metbragt.
Vüörbi is de Winter, so truerig un bang;
Dat Fröjoar is ku
ёmen, un duert  auk lang.
Iärst schickt äs de Buoden son warmsnöen Wind,
De püüsket de Äer, dat vöslaopen Kind.
Striek sacht langes de Hiegen, düör Busk un düör Baim,
Un rüetelt de Släöper uut Winter un Draim.
De Gaitlink, de röp un de lüstige Fink:
Et is Fröjaor, et is Fröjaor, flink, flink, nu män flink!
I Blomen un Blöömkes, män ilig haruut,
De Mai de will ku
ёmen, besöökt sine Bruut.
Nu wacker, mien Brüütken, nu maak di män fien.
De Mai de will ku
ёmen, un Hochtiet sal sien!
Met Singen un Klingen trekt he dän düör´t Land,
Strait üöweral Bloemen met siängende Hand.
De Sunn haug an´n Hi
ёmel wu fröndlik se lacht,
Smit funkelnde Straolen in blaiende Pracht.
Un de Augen, de Hiärten, de wät us so wiet,
O Fröjaor, du schöne du siällige Tiet

Bernhard Holtmann
****


Fröjaor

De Gaitling singt, et slöt de Nachtigal
De Lüning stig, et blait üöweral
Gröön is de Busk, de Wieske un de Saot.
De Äer prangt in´n nien Fröjaorsstaot.

Wu lang is´t hiär, dao häw et stüormt un sniet,
Wit was´t van snai de Äer wiet un siet,
De schüe Vuёgel kam vüör Hungersnaut
Bes an dat Huus, üm eenen Krümel Braud.

Un nu? Nie Liäwen strömt düör de Natur
Vul Fraid´un Lust is jeed Kreatur;
De Kraft, de in de Äer slummernd lag,
Se trat düör Blad un Boome an dän Dag.

O Menskenhiärt, leg dinen Kummer af,
De Huopnung blait, de die de Hiёmel gaw,
Met Guodvötruen in de näigste Tiet,
Wao Bloomen blait, dao is de Frucht nich wiet:

August Schrader, aus: Von´t Hötken up´t Stöcksken.

 




Ostern / Paosken

Nu klingt so hel, so froh düör`t Land van alle Täön de Klocken,
een Alleluia aone End, een Juchen un Frohlocken. "Christ ist erstanden" !
__ "Jesus lebt!" Vökläört al sine Wunnen; De Krusefane wait vüöran, nu wät de Wiält gesunden.

Us laiwe Häer, de haong an`t Krüüs in Naud un bitt`re Kwaolen, de Hiёmel truert, de Äer se biёwert, de Sun barg äre Straolen.
__  Vögiäten, wat in Nacht un Graw, Kafridagsleed un Suorgen, dan löchtend üöwer Golgatha straolt nu de Paoskemuorn.

Kafridagsleed lig up de Wiält, so bang up alle Hiärten. Een Krüüs, so graut, so matt un swaor, wät viёlen togemiäten. So manig een, äs use laiwe Häer, duknackig sien Krüüs mot driägen, de Poaskedag de kümp,  in`t Krüss is Heel un Siängen

Du laiwe Häer slöts us düör`t Krüüs de Hiёmelsdüör wier uopen.
__  Düör`t Krüüs düör Nacht un Leed tom Lecht. In`t Krüüs is aal us Huopen. Wi läggt. o Heiland, unner`t Krüüs aal use Naut un Suorgen, bes dat wi Alleluia singt an ew´gen Paoskemuorn

Bernhard Holtmann

****


Von Pfingsten bis Jacobi  (25. Juli) war früher die Schützenfestzeit. Gefeiert wurde nur an einem Nachmittag. Ab Anfang des 20. Jahrhunderts hat sich dieses erst langsam verändert.

  Schützenfest / Schütteri

To Pinksten is Vuёgelshaiten dän kan´k wier dansen met mine Magraiten.

Muorns kuёmt de Trumlers an un smiet een uut dat Bedde dan.

Et gait to Kiärke met alle Man, dän Häerguod to bidden um sine siängende Hand.

Meddags maakt se eenen Gang, to´t Denkmmaol un  denkt dao an de Ollen, de för´t Vaderland häbt ären Kop hänhollen.

Met Trummeln un met Flaiten gait et to´t Vuёgelschaiten. Kineen maak sik vüör em bange, un ballert up dän Vuёgel an de Stange.

De Vuёgel fölt de Menge juchet, de nie Küёning stait in Trubel. Se büört em hauge, sliёpt em af, to´n naigsten Tresen, to Beer un Snaps.

Dao, grip he sien Küerkästken, röp an sine Frau, de trekt är best Kleed an, nu män gau, gau, gau.

Se wäert kraunt met Kiёde un Diadem, dan doet se noch dansen bes Nachts üm half een.

Un Mondagsmuorns sint de Kääls wier dran, se suupt bes Meddags dän sint se bol stram.

Se maakt een kleen Släöpken un kuёmt Aomds, met äre Madams, wier alle tosam, üm dän Küёning to begaiten se fiert rächt lang.

So wäd et Dingsdag un doa schaitet se, noch uut de Hekse dän is et passee.

Män midde de Wiärke drömt nu jerren Man van de naigste Schütterie un eenmoal Küёning to sien.

Karl-Heinz Conermann

*****


  Die Zeit vor Erntebeginn

In dieser Zeit wurden früher fast alle großen Feste gefeiert und man hatte Zeit, für Besuche.

So tüsken Saien un Haien kuёnt de Buern sik fraien.

Et is harüm Sünte Bit ( 15. Juni) bes Jacobi  (25. Juli) is Tiet.

Se bruukt nich vull Anners daon, as faken up Visite to gaon.

**


  Lambertus / St. Martin /  Käsken

Löchte, löchte Lämpken

gait döör Pastoors Kämpken

gait so gaas alleene

up egene Beene

**

 

Kinnerkes kuёm i nao´t Käsken

Käsken is so wunnerschöön

Et is up dän Markt to sain.

Kuёnt auk alle met us gaon

Un dat schööne Käsken sain.

*


 Nikolaus komm in unser Haus

 Sünte Klaos kuёm in usse Huus, pack diene graute Tascke uut.
 Set dien Schüёmel unnern Disk, Dat he Hai un Hafer frät.
Hai un Hafer frät he nich,
 Sucker un Britsel krig he nich.
Sünte klaos kuёm, mak mi From, dat ik in dän Hiёmel kuёm.

**


 

   Gebet an den Nikolaus

 Du gu
ёte laiwe Sünteklaos
Si män so guёt ik bid di blaus
Kuёm auk nao usse Huus vannacht
Wi häbt di aal so lang vöwacht.
Bin dien Schüёmel an de Paort
Lük Hai un Hafer läg ik praot

Een grauten Teller sät ik up
Do mi män düftig net wat drup.
ёte, Appeln, Koeken nich to knap
Wat ´k forts nich iät sät wäg in Schap.
Ik häd so gään een Schaukelpiärd,
So een met rächte Haor in Stiärt.
Un een Gewiär, wat düftig knallt
Un alle Lüninge nao fallt.

Auk häd ik gään een Taskenmesk
Un wan du süs noch wat wees
Wat ik vögat, wat päs för mi
Dat läg män bi dän Teller bi.
Auk Tresken usse lütte Dään
De har ´ne graute Pup so gän.

Män Nikloas bräng us kine Ro
Us´ Vader Kan´t nao wul so
Bräng se giёgenan nao Fränzken Kohl
De häw vökläft mi in de School.
He is mi leeder Guods to graut
Süs häd´k em sölwer aal vöhaut.

O Sünteklaos du hil´ge Man
Klop män vannacht auk bi us an
Wi Kinner frait us albineen
Wan Niklaos kümp, wu is dat schöön.

Bernhard Holtmann ****


 
 Nikolaustag
Sünteklaos de hilge Man
Mäk sien Piärd de Sporen an
Ret daomet  nao Amsterdam
Van Amsterdam nao Spanien
Hölt Appeln van Oranien
Giw allen arigen kinnern wat
De Laigen  krigt Klip Klap.

*
 
Knecht Ruprecht

Knecht Ruprecht mäk sik up de Been
Nu stait he vüör de Düör
He gait an laiwsten vüör sik alleen
Pas up lüt Kind!
He häw een Slü
ёdel blitzeblank
De is äs sien Arm so lang
De mäk up alle Düören
Un he is män kien Daiw.
Un sien grauten Slüёdel?
Dat is de Laiw!

Nach: Hans Much

 


Weihnachten / Winachten

 

Gesäignte Winacht un glüksiälig  ni Jaor

 Gesegnete Weihnacht und ein frohes neues Jahr

 

 

 

 Die Weihnachtsgeschichte auf Münsterländer Platt

                         Evangelium nach Lukas

 

Et begaw sik to de Tiet doa een Gesät von Kaiser Augusto uutgong, dat de gase Wiält takseert wüor. Un düsse Takseerung was de Iärste toa de Tiet, dao Kyrenios Landpleger in Syrien was. Un jeren göng in sine Stadt. Dao mök sik auk Jop uut Galilea noa de Stadt Betlehem up, dao he van dat Geslächt David , dat he sik schatten lait, met Mia siner truten Frau, de swanger was. Äs se ankuemen wüörn, kam de Tiet dat se gebäern sol, un se bar ären iärsten Suon, wandt em in Winneln un lag em in eene Kribbe, dao in de Herberge kien Bilaot was.

In de Naigte wüörn Schaiper in Kamp, de äre Schaope hödten. De Engel des Häern trat to är un sag, Bangt ju nich, sait ik vökünige graute fraide. Ju is vandage de Heiland buorn in de Stadt David. He is Christus de Häer. Un dat häbt tom Teken. Ji wäert dat Kind finnen in eener Kribbe in Winneln wunnen. Un bolle was bi dän Engel de viёlheit de Hiёmelsken Herrscharen. Se luowten Guod in de Högte, un saggen: Äre si Guod in de Högte un Fräide up Äern un de Mensken Fraide.

Übersetzt ins Münsterländer Platt von: K-H Conermann

 

 

Stille Nacht
auf Münsterländer Platt
Nach Original plattdeutschen Text von:  Georg Semper


Übersetzt ins Münsterländer Platt
von: K-H Conermann
1) Stille Nacht hilge Nacht
Mensk un Ve de slaopt sacht
Un met hellen Stärnenstraol
Flaigt de lütken Engels daal
Künd de Reddung an
Künd de Reddung an


2) Stille Nacht hilge Nacht
Wunnerwiärk is vulbracht
Allmacht lig bi´n Äernsuon
För de Demood klingt dat Luow
Düör dän Engelsang
Düör dän Engelsang
3) Stille Nacht hilge Nacht
Guod sien Moder sit un waakt
Lange Nächt so mild un guёt
Wiärmt är Kind in`n Kinnerdook
Häigt een kindlik Hiärt
Häigt een kindlik Hiärt


4) Stille Nacht hilge Nacht
Güödlik Kind siälig lacht
Streckt de lütken Ärmkes uut
Haalt dat Laige aal Haruut
Uut een sünnig Hiärt
Uut een sünnig Hiärt
5) Stille Nacht hilge Laiw
Rike Läer Kindken giw
Brängt Huopnung för us aal
Knait wi daip vüör Krip un Stal
Büört dat Kindken haug
Büört dat Kindken haug

Up eenen blanken Schüёmel

Händaal van´n Hiёmel,

Üöwern Riängenbuogen

Kümp´t Kristkindken trocken

Sünte Peter röert de Slüёdel,

Un sine güldene Schüёdeln,

Rullet üower dän Riängenbuogen

Un händaal kümp trocken

Up eenen blanken Schüёmel

 Dat Kristkindken van Hiёmel.

***

In Münsterländer Platt In Tecklenburger Platt
 

Waigenleed



In ´n  Hiёmlisken Gaorn
So hillig un stil
Döt aals Maria
Wat ´t Jesuskind wil.

Se nimp em bit ´t Händken
Se nimp em up ´n Schaut
Wat ´t is doch dat Kindken
So flügge un graut.

Van widen stait Josef
De hillige Man
Fäng sacht nu un sinnig
Een Slaopleedken an.

Maria singt wier
De hilligen Lü
Singt Eia Popeia
Dihotte di hü.

Laiw Jesus mos slaopen
Laiw Kindken si stil
Et doot alle Engel
Wat ´t Kindken män wil.

Se singet un singet
un kuёmt  nich uut ´n Aom
Mien Kindken dat slöp nu
un lachet in Draum.

H. Wehling Schücking

Weegenleed



In ´n Himmlisken Goren,
So hillig un Still
Döt alles Maria
Wat ´t Jesuskind will.


Se nimp em bit ´t Händken
Se nimp em up ´n Schot
Wat ´t is doch dat Kindken
So flügge un grot.

Van wieden steht Josef
De hillige Man
Fäng sacht nu un sinnig
en Slaopleedken an.

Maria singt wieder
De hilligen Lü
Singt Eia Popeia
Dihotte di hü.

Leew Jesus mos slaopen
Leew Kindken si still
Et doot alle Engel
Wat ´t Kindken män will.

Se singet un singet
un kumt  nich uut ´n Aom
Mien Kindken dat slöp nu
un lachet in Draom.

H. Wehling Schücking

Quellen:

*  Ernst Lorensen  Kinneriemsels ut Westfaolen

** Hermann Reckels  Volkskunde des Kreises Steinfurt

*** Dr. Paul Bahlmann  Münsterische Lieder und Sprichwörter  in plattdeutscher Sprache

****  Bernhard Holtmann  O  Mönsterland min Heimatland  Verlag August Greve 1929 

***** Eigene Werke